Skip to content

Das Lexikon rund um Dessous und Unterwäsche

Anders als Unterwäsche, die hauptsächlich wärmende und hygienische Aufgaben erfüllt, haben Miederwaren zudem noch eine stützende, korrigierende und formende Funktion. Zu den Körperregionen, die von der figurformenden Wirkung der Miederwaren profitieren, gehören Bauch, Hüften und Gesäß, aber auch Taille, Oberschenkel und Busen. Als bekannte Vertreter der klassischen Miederwaren gelten unter anderem das Korsett, der Hüfthalter, der Büstenhalter, die Hüfthose und die Miederhose.

Ihre formgebende Fähigkeit erhalten Miederwaren vor allem durch ihr elastisches, gewöhnlich vollkommen synthetisches Material. Klassische Kunstfasern für die Herstellung von Miederwaren sind beispielsweise Elasthan und Polyamid oder entsprechende Fasergemische. Die Formkraft von Miederwaren ist zudem über die Verwendung verschiedener Materialschichten beeinflussbar. Miederwaren, die aus mehreren festen Materiallagen gefertigt sind, formen den Körper entsprechend stärker als Miederwaren aus einlagigen und sehr elastischen Fasern.

Da Miederwaren ebenfalls direkt auf der Haut getragen werden, müssen auch sie luftdurchlässig, saugfähig, elastisch und wärmend gestaltet sein. Eine pflegeleichte Handhabung und eine geringe Knitteranfälligkeit sind überdies von Vorteil. Beim Kauf von Miederwaren ist unter anderem auf die Verarbeitung der Nähte zu achten. Raue und harte Nähte lassen kaum auf späteren Tragekomfort hoffen und können schlimmstenfalls zu unangenehmen Scheuerstellen führen. Die Miederwarenhersteller haben diesen Schwachpunkt erkannt, und bieten seither nahtlose Miederwaren an, die sich wie eine zweite Haut um den Körper schmiegen. Moderne und stark formende Miederwaren werden häufig auch als Shapewear bezeichnet.

Das Schnürmieder gehört zu den Miederwaren. Diese Dessous werden in erster Linie getragen, um die Körperkontur gleichmäßig zu gestalten und kleinere Polster verschwinden zu lassen.

Vergleichbar sind Schnürmieder mit sogenannten Miedergürteln, welche den Bauch, die Taille und einen Teil der Hüfte formen. Der Unterschied eines Schnürmieders zum Miedergürtel besteht darin, dass diese Variante geschnürt wird und nicht mit Haken verschlossen oder einen Schlauch bildet. Eine Corsage ist dem Schnürmieder sehr ähnlich, formt jedoch auch die Brust. Ein normales Schnürmieder wird von unter der Brust bis hin zum oberen Hüftbereich getragen und häufig am Rücken geschnürt. Es sind jedoch auch Modelle erhältlich welche am Bauch geschnürt werden.

Ein Vorteil des Schnürmieders gegenüber Modellen mit Haken oder als Miederschlauch besteht darin, dass es sich variabel binden lässt und so auch bei Gewichtsverlust oder Gewichtszunahme noch getragen werden kann. Die Schnürung kann zudem die Taille gezielter formen.

Bei einem Strumpfgürtel handelt es sich um einen Streifen aus elastischem Material oder Spitze, welcher dazu dient Strümpfe ohne zusätzliche Haltestreifen mit Hilfe von elastischen Bändern am Verrutschen zu hindern.

Besonders in den 60er Jahren gehörte der Strumpfgürtel zu den alltäglichen Kleidungsstücken. Im Laufe der Zeit wurde dieser jedoch von der Strumpfhose weitgehend abgelöst. Heutzutage ist der Strumpfgürtel besonders als erotisches Accessoire oder zu besonderen Anlässen sehr beliebt.

Der Strumpfhalter ist für sehr schlanke sowie auch für molligere Frauen geeignet. Dazu sollte ein passender Slip oder String sowie BH oder auch kurze Corsage getragen werden. Der Strumpfgürtel bietet eine gute und sichere Alternative zu halterlosen Strümpfen. Ein Nachteil des Strumpfgürtels ist, dass dieser etwas Zeit zum an- und abclipsen der Strümpfe in Anspruch nimmt.

Getragen wird der Strumpfgürtel um die Hüften unterhalb der Taille. Die meisten Gürtel verfügen über einen Haken- oder Ösenverschluss. An diesem Streifen sind vier bis acht Strapse befestigt, jeweils an der Vorder- und Rückseite der Beine. Diese elastischen Streifen verfügen über eine Öse und einen Knopf, um die Strümpfe am oberen Strumpfsaum daran zu befestigen. Vergleichbar ist der Strumpfhalter mit dem Hüfthalter.

Der Miedergürtel gehört zu den figurformenden Dessous. Fälschlicherweise wird der Miedergürtel häufig mit Corsagen verglichen. Der Unterschied liegt darin, dass der Gürtel nur den Bauch, die Taille und einen Teil der Hüften formt. Eine Corsage stützt zusätzlich den Busen. Mit Hilfe des Miedergürtels wird die weibliche Körperform hervorgehoben. Die Taille wird geformt und optisch gestrafft. Die Körperkontur wirkt gleichmäßiger und kleine Röllchen verschwinden.

Getragen wird der Miedergürtel hauptsächlich unter der Kleidung. Einige Modelle eignen sich jedoch auch dafür über zum Beispiel einer Bluse getragen zu werden. Geeignet ist der Miedergürtel vor allem für Frauen mit längerem Oberkörper. Bei sehr kleinen Frauen kann der Miedergürtel gegen die Rippen oder die Hüftknochen drücken und blaue Flecken verursachen.

Miedergürtel werden in verschiedenen Variationen angeboten. Das Material kann zum einen sehr elastisch und dennoch fest und formend sein oder durch Stäbchen verstärkt und somit steifer sein. Es sind Modelle mit Schnürung, Hakenverschluss oder als Schlauch erhältlich.

Bei dem Kauf eines Büstenhalters sind in der Regel zwei Maße wichtig: Zum einen ist das die Unterbrustbreite, die unterhalb der Brust gemessen wird, und zum anderen das Maß des mittleren Brustumfanges an der stärksten Stelle.

Die Differenz der beiden Maße ergibt die Cupgröße. Die geringste Differenz für einen sehr kleinen Busen bildet die Körbchengröße AA. Die nächsten Größen sind dann A, B, C, D und E sowie noch weitere Größen. Nach dem Feststellen beider Maße kann die Cupgröße ganz einfach selbst bestimmt werden. Bei A beträgt der Unterschied beider Maße etwa 2,5 cm, bei B 5 cm, bei C 8 cm, bei D 10 cm und bei E 13 cm. Der durchschnittlich große Busen bei schlanken Frauen ist in etwa bei Cupgröße 75 B zu sehen. Verändert sich der Umfang der Frau, dann ändert sich auch die Körbchengröße mit.

Damenstrümpfe – als paarweise getragene, eng anliegende Beinkleidung gehören sie bereits seit Jahrhunderten zur Grundgarderobe der Frau.

Die Geschichte des modernen Damenstrumpfes allerdings beginnt erst mit den 1920er Jahren, als kürzer werdende Rocklängen schließlich auch attraktivere Strumpfwaren erforderlich machten. Der Wollstrumpf hatte ausgedient. Neu entwickelte Fasern wie Nylon oder Perlon ermöglichten eine wesentlich feinere Struktur und somit auch ein deutlich attraktiveres Erscheinungsbild. Einzig die Dehnfähigkeit jener ersten Strumpfmodelle ließ noch leicht zu wünschen übrig. Als wahre Damenstrumpfmetropole der 1920er Jahre galt das Erzgebirge. 75 Prozent der gesamten Welt-Strumpfproduktion jener Zeit kamen aus dieser Region.

Bis zu den 1950er Jahren wurden Damenstrümpfe als flache Textilrohlinge gefertigt, die erst durch anschließendes Vernähen an der Rückseite ihre schlauchartige Passform erhielten. Technisch nicht anders durchführbar, entstand so ein zeitlos schöner Strumpfklassiker, der unter dem Namen Nahtstrumpf die Modewelt eroberte. Erst der technische Durchbruch des Rundstrickverfahrens löste diese Fertigungsweise ab und ersetzte den Nahtstrumpf durch den rundgestrickten Damenstrumpf. Nahtstrumpf oder Rundstrickstrumpf – beide Damenstrümpfe hatten eins gemeinsam: Sie hielten nicht von selbst am Bein, sondern wurden am sogenannten Strumpfgürtel befestigt. Erst die Erfindung der Strumpfhose machte schließlich auch den Strumpfgürtel überflüssig.

Die Zeiten haben sich seither gewandelt, den klassischen Damenstrumpf gibt es immer noch. Deutlich komfortabler als seine Vorgängermodelle zeichnen sich moderne Damenstrümpfe durch hervorragende Dehnfähigkeit aus. Eingearbeitete Silikonstreifen sorgen überdies für optimalen Halt.

Bei einem BH-Hemd handelt es sich um eine Kombination aus einem Unterhemd und BH. In einem Wäschehemd sind Körbchen mit Bügel oder Naht-Cups eingearbeitet. Die BH-Hemden gibt es in verschiedenen Variationen. So werden Modelle mit Neckholderträgern, mit Kunststoff-Stäbchen ähnlich wie bei Corsagen oder leichte Babydolls angeboten.

Besonders gern werden BH-Hemden unter leichten Blusen getragen. Durch den Schnitt entfällt das Tragen eines zusätzlichen Unterhemdes und man fühlt sich dennoch angezogen. In transparentem Stoff oder mit Spitze gehören BH-Hemdchen ebenfalls zur Reizwäsche. Basic-Modelle können ebenso als Top getragen werden.

Geeignet sind die BH-Hemden für kleine Brüste ebenso wie für einen größeren Busen. Durch teilweise eingenähte Polster wird der Busen optisch vergrößert, gestützt und geformt.

Ein Außenträger-BH ist auch unter dem Namen Dekolleté-BH bekannt. Beim Außenträger-BH handelt es sich um eine Variante des Bügel-BHs. Anders als bei anderen BH-Varianten mit Mittelträgern sind die Träger sehr weit außen an den Körbchen angebracht.

Geeignet ist der Außenträger-BH bei Oberbekleidung mit einem weiten Ausschnitt. Während bei anderen BH-Formen die Träger und Teile der Cups zu sehen sind, wird durch den Außenträger-BH das Dekolleté komplett frei gelegt. Den Außenträger-BH gibt es in verschiedenen Variationen. Es werden durchsichtige und gepolsterte Modelle angeboten. Als Material ist Baumwolle oder Elastan sowie Spitze sehr beliebt.

Ein Vorteil ist, dass der Busen runder geformt wird und trotz der außenliegenden Träger optimal gestützt ist. Da bei den meisten Modellen die Cups knapp über der Brustwarze enden und waagerecht geschnitten sind kann es passieren, dass bei kräftigen Bewegungen der Busen verrutscht oder aus den Cups fällt.

Ein BH oder Büstenhalter wird von Frauen getragen, um die Brust zu stützen und optimal in Form zu bringen. In der Geschichte hat dieses Wäschestück einige Veränderungen durchlaufen. Diese bestehen hauptsächlich im Wandel der Form und der verwendeten Materialien. Die Rolle der Frau in der modernen Gesellschaft ist sehr vielfältig. Damit ist auch der Anspruch an einen BH gewachsen.

Heute sind viele verschiedene BH-Modelle auf dem Markt. Er wird den verschiedensten Funktionen angepasst. Das Sortiment reicht von schlichten Modellen im Wäschestil bis zu verführerischen Teilen mit Spitzeneinsatz. Es gibt den Büstenhalter mit oder ohne Bügel, mit verschiedenen Trägervarianten zur perfekten Ergänzung der Oberbekleidung, den Still-BH, Sport-BH, den Push-up-BH, Minimizer-BH und den Entlastungs-BH.

An einen Entlastungs-BH werden besonders hohe Anforderungen gestellt. Die Trägerin erwartet von diesem BH eine eindeutige Verbesserung ihres Wohlbefindens. Ein Entlastungs-BH muss so gearbeitet sein, dass das Gewicht optimal verteilt wird. Das ist besonders wichtig, da Frauen mit größerer Oberweite häufig unter Schmerzen im Nacken- und Schulterbereich sowie unter Rückenproblemen leiden. Neben einer besonderen Verarbeitung von Stützelementen weist dieser BH ein höheres Rückenteil als andere Büstenhalter auf. Ganz wichtig ist auch das verwendetet Material. Neben Stabilität und Langlebigkeit ist auch auf einen besonderen Tragekomfort zu achten. Die Träger müssen extra breit gearbeitet und weich gepolstert sein, um die Druckstellen und das lästige Einschneiden auf der Schulter zu vermeiden.

Der reizvolle Dekolleté-BH ist, wie der Name schon sagt, für das besondere Hervorheben des schönen Dekolletés verantwortlich.

Ein tief ausgeschnittenes Kleidungsstück wirkt am schönsten mit einem solchen BH, der eine besonders stützende Eigenschaft besitzt. Dadurch kommt der Brustansatz sehr gut zur Geltung, wobei unter Umständen die Einarbeitung von Stangen und von eventuellen Polstern mit einem Push-up Effekt zur idealen Hervorhebung dienen kann.

Der Dekolleté-BH ist für sehr tief ausgeschnittene Kleider mit einem ganz speziellen Schnitt zu bekommen. Ebenso ist er trägerlos zu finden, mit seitlichen Trägern und mit solchen, die variiert werden können oder abnehmbar sind. Aber im Material, wie zum Beispiel sehr schlicht und schnörkellos oder mit feiner angearbeiteter oder angesetzter Spitze, unterscheidet sich der Dekolleté-BH nicht von anderen BH-Arten. Er besteht jedoch in den meisten Fällen aus einem festen Grundmaterial, um dem Busen den perfekten Halt zu verleihen.